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Über eine windige Hochzeit

Die letzte Hochzeit, die ich in diesem Jahr begleiten durfte, sollte eine windige Angelegenheit werden.

Das Brautpaar wünschte sich eine Trauung im Freien. Ansich kein Problem, wenn man einen „Plan B“ hat – nämlich ein Zelt oder einen zweiten Raum für die Zeremonie, wenn das Wetter doch nicht so mitspielt, wie man es gerne hätte. Und natürlich hatten wir eine Ausweichmöglichkeit, von daher machte ich mir am Tag der Trauung überhaupt keine Sorgen, wegen des starken Windes, den wir hatten.

Trauung trotz Wind im Freien

An der Location angekommen, war mein erster Gang natürlich zum Brautpaar, um zu schauen, wie es den beiden geht bzw. ob sie noch etwas benötigen. Dann blieb noch zu klären, ob das Brautpaar weiterhin draußen getraut werden oder ob wir lieber den zweiten Raum nutzen wollten. Ich hatte ja gehofft, das die beiden den zweiten Raum nutzen aber da hatte ich Pech, denn sie wollten auf jeden Fall draußen getraut werden. Die Stühle für die Gäste wurden also draußen aufgestellt und schon gab es ein kleines Problem, denn die Auflagen der Hochzeitsstühle hatten keine Bänder zum festbinden am Stuhlrücken. Sie flogen also immer wieder von den Stühlen. Was tun? Natürlich konnte ich den Gästen beim Eintreffen kaum die Auflagen in die Hände drücken – das geht gar nicht. Mir kam relativ schnell der Einfall, das ich in meinem Köfferchen doppelseitiges Klebeband hatte. Kurzer Hand hatte ich es mir geholt und die Auflagen (natürlich nach Absprache mit der Location, die auch keine bessere Idee hatte) auf die Stühle geklebt.

Selten ist nur eine Herausforderung zu lösen

Kaum war dieses Problem beseitigt, fiel mir schon das Nächste ins Auge. Denn der Florist brachte just in diesem Moment, die vier 2 Meter hohen Bäume, die am Anfang und am Ende der Stuhlreihen platziert wurden. Kaum standen die Bäume auf dem Boden, fielen sie auch schon wieder um. Also musste auch dafür eine Lösung her. Mein erster Einfall war, das ich mir von der Location dünne Eisenstäbe besorge und diese durch den Topf und in den Boden der Wiese schlage. Das Dumme war nur, das die Bäume, Keramik Übertöpfe und die Übertöpfe keine Löcher hatten. Und die Übertöpfe wegnehmen, war auch keine Option, da das auf den Fotos nicht schön ausgesehen hätte. Dann kam mir eine zweite Idee – Backsteine! Auch diese hatte die Location da. Wir haben die Töpfe mit je fünf Backsteinen beschwert – doch auch das sollte nicht von Erfolg gekrönt sein, denn die Bäume fielen trotzdem noch um. Jetzt war ich dann doch der Verzweiflung etwas Nah und die Zeit lief mir davon. Ich habe die Bäume ersteinmal auf den Boden liegen lassen und mich um die restliche Organisation gekümmert – immer im Hinterkopf, das mir noch eine Lösung für die Bäume einfallen müsse. Zwanzig Minuten vor der Trauung war alles bereit und ich trat noch einmal den Gang zum Brautpaar an, um mit ihnen meinen letzten Einfall in Bezug auf die Bäume zu besprechen, denn dieser war – nennen wir es – Ungewöhnlich. Dieser Einfall kam mir spontan, als die Gäste eintrafen und ich hatte mich erst gefragt, ob ich den Vorschlag machen könne, doch was blieb mir übrig, die Bäume sollten schließlich stehen und nicht liegen! Ich hatte dem Brautpaar erklärt, das es sehr windig draußen sei und ihnen erzählt, was mir schon für die Bäume eingefallen war. Jetzt musste folgender „Plan C“ her – ich wollte mir die Blumenkinder leihen, die die Bäume festhalten sollten. Gesagt – getan! Für ein paar Fotos, konnten die Blumenkinder sogar kurzfristig die Bäume los lassen ohne das sie umkippten. Ein voller Erfolg.

Hochzeitsplaner sorgen auch mit Improvisation für Entspannung beim Brautpaar

Und an diesem Beispiel könnt ihr mal wieder sehen, das es besser ist, wenn sich ein Hochzeitsplaner Gedanken um solche Probleme macht und ihr – als Braut und Bräutigam – ganz entspannt euren großen Tag genießen könnt. Eure Hochzeitsplanerin Tanja.


6. November 2019 | Kategorie: Blog, Location
 


 

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